Tatsächlich Eulen – Wie Kommunikation manchmal anders funktioniert

Mannmannmann. Habe ich im letzen Post noch gefrotzelt, dass ihr wohl bald nur noch per Eule oder Brieftaube mit mir kommunizieren könnte, ist das nun tatsächlich der Fall. Also fast. Eigentlich ab morgen. Deswegen hatte ich ja auch mein Offline-Update unter den Blogpausenpost gesetzt. Weil ich die Frau bin, die kein WhatsApp besitzt [boykottiere ich bewusst, weil ich mich weigere, rund um die Uhr für jeden Mist erreichbar zu sein] und deren Smartphone unterwegs offline ist. Und weil ich einmal was richtig machen und nicht wochenlang wortlos in der Versenkung verschwinden wollte. Da es ja unglaublicherweise Menschen gibt, die sich tatsächlich Gedanken machen, wenn sie für längere Zeit nichts von mir hören. Aber wie das so ist, wenn du einmal was korrekt machen willst, es ist für den Ar… Eimer. 

Aber von vorne. Das, was im Dezember mit einem Fleck an der Decke im Badezimmer begann, wird zur Sanierung der Abwasserrohre. Bedeutet: Einmal das komplette Bad in Schutt und Asche legen und es anschließend wieder aufbauen. Schön. Große Klasse. Nehmt mir mein Essen [Invervallfasten läuft noch und ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen], nehmt mir meine Schnulzen-DVDs [ich habe schätzungsweise 20 Stück via momox u. rebuy verhökert – für ein Happy End gibt’s gerade mal 15 Cent! 15! Unfassbar. Kein Wunder, dass es mit dieser Welt bergab geht…], aber nehmt mir nicht mein Bad. Und schon gar nicht mein Klo. Da werde ich zickig bis bösartig. Ich. Will. (M)Ein Klo. So viel Luxus muss sein. Und nein, ein Dixie-Klo auf dem Hof ist kein Ersatz. Das ist eine Widerwärtigkeit, von der ich Herpes labialis bekomme. Schnell und zuverlässig. Interessiert nur niemanden.

Nachdem wir nun wochenlang auf eine Nachricht gewartet haben, wann es denn endlich losgeht [und ich gestehe, dass ich mittlerweile auch ein bisschen Schiss habe, dass der Schiss von oben irgendwann auf meinem Klo landet, nebenan ist nämlich genau das passiert], kam am 21.4. der Startschuss. Nachbar von oben [der, vor dessen Schiss ich Schiss habe] stand vor der Tür, um mir auszurichten, dass es am 2.5. losgehen soll. Großartig. Ein Wunder. Im Februar hieß es nämlich noch: Im Mai sind wir komplett dicht, da passiert nichts. Da in den 60ern Materialien verbaut wurden, die mittlerweile nicht mehr verbaut werden dürfen, kann hier allerdings nicht gleich ein x-beliebiger „Klempner“ Hand anlegen. Da muss erst eine Spezialfirma ran. Ging also  logischerweise davon aus, dass sich vorher nochmal irgendwer zwecks genauer Terminvereinbarung bei uns melden würde. Was nicht geschah. Mitte letzter Woche befand ich mich dann kurzfristig im Zickenkampfmodus und habe beschlossen, dass ich am 2.5. überhaupt niemandem die Tür öffnen werde, der sich nicht vorher ordnungsgemäß anmeldet. Am 27.4. siegte dann die Vernunft und ich habe nachgefragt, wie denn nun der Stand der Dinge ist. Antwort: Tut uns leid, im Mai schaffen wir das doch nicht mehr. Es geht Mitte Juni los. Verbindlich.

Schön, schön. Die Gnadenfrist kommt uns wirklich sehr gelegen, da der Junior im Mai diverse Abi-Prüfungen schreibt. Und ich kann mein Erbsenhirn auf der Suche nach Flucht- u. Rückzugsorten noch ein bisschen länger rotieren lassen, da ein neues Bad zwar wirklich nett ist – ich aber nicht zwingend jeden Arbeitsschritt live vor Ort miterleben muss. Was im Home-Office ein bisschen schwierig wird.  Habe deshalb kurz damit geliebäugelt, endlich auch mal digitaler Nomade zu spielen und vor meinem inneren Auge meinen glanzvollen Auftritt in irgendeinem Café visualisiert. Mit einem Laptop, der ca. 20 Minuten hochfährt und dem nach einer Stunde der Saft ausgeht…

Nebenbei bemerkt komme ich mir auch ein bisschen blöde vor, weil ich erst vollmundig verkündet habe, dass ich demnächst offline bin und taadaa… da bin ich schon wieder. Für ein paar Wochen. Würde jetzt gerne schreiben, dass sich das positiv aufs Blog auswirkt – leider habe ich immer noch keinen Plan, wie es hier weitergeht. Ich kann ja nichts. Weder Mode noch Kosmetik oder Food und DIY. Also zumindest nicht so, dass ich der Meinung wäre, andere damit behelligen zu müssen, von Mehrwert will ich gar nicht erst reden. Ich kann nur dumm rumsabbeln. Ob das allerdings das ist, womit ich dauerhaft in Verbindung gebracht werden möchte? Andererseits: lieber dumm rumsabbeln und sich dessen bewusst sein, als zu diesen spaß- und merkbefreiten Zeitgenossen zu gehören, die an permanenter Selbstüberschätzung leiden und sich ständig für die hellste Kerze auf der Torte halten. Das kann ja auch schnell zur Realsatire werden. Da ziehe ich mich doch lieber bewusst durch den Kakao… so lange ich noch online bin. 😉

[Beitragsbild: gratisography]

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