Ernährungsflitz – Ein Update zum intermittierenden Fasten

Hatte ja vor einigen Wochen meinen neuen Ernährungsflitz  – das intermittierende Fasten – erwähnt und war ziemlich angetan davon. Und weil ich als Blogleserin nicht nur an der Vorstellung von irgendwelchem Schnullifax interessiert bin, sondern auch daran, ob sich das gelobhuddelte Etwas längerfristig bewährt, gibt’s nun ein Update.

Kurzfassung: Das intermittierende Fasten hat sich so gut bewährt, dass ich weiterhin dabei bin. Allerdings gönne ich mir jetzt bewusst 1-2 Tage pro Woche, an denen abends auch mal ein Glas Wein, ein paar Chips oder überhaupt irgendeine Form der Nahrung drin ist – wenn ich das möchte und wirklich Lust darauf habe. Weil ich an manchen Tagen einfach schon morgens weiß, dass das ein „Wein und Käsebällchen“-Tag ist. Und weil es mir noch nicht gelungen ist, mich so umzuprogrammieren, dass ich einen Freitag- oder Samstagabend, an dem es nur Selter und Kräutertee gibt, nicht als leicht deprimierend empfinde. Blöd, ich weiß. Aber ich arbeite dran. 

Mein Fazit nach 6 Wochen…

Lange Version: Habe mich, wie bereits erwähnt, beim intermittierenden Fasten für das Einsteigermodell, also die 16/8-Variante entschieden. Bedeutet: 8 Stunden essen, 16 Stunden fasten [alles andere wäre zum Scheitern verurteilt gewesen, wobei meine Bewunderung denen gilt, die diesbezüglich mit 6 oder 4 Stunden auskommen]. Das heißt nun nicht, dass ich 8 Stunden am Stück esse, sondern dass ich alle (idealerweise gesunden) Mahlzeiten des Tages in diese 8 Stunden packe und während der restlichen 16 Stunden nichts esse. Passt perfekt zu mir und meinem Tagesablauf und darum habe ich auch nur selten (s.o.) bis gar nicht das Gefühl, auf irgendwas verzichten zu müssen. Wie geht es mir nach diesen 6 Wochen?

  • Allgemeinbefinden: So gut, dass ich weiterhin so essen werde.
  • Gewicht/Figur: Da ich keine Waage besitze, kann ich euch leider nicht sagen, ob oder wie viel ich abgenommen habe. Verschiedene Kleidungsstücke, die vorher um die Körpermitte rum ein bisschen enger saßen, als es mir lieb war, machen jetzt aber eine deutlich bessere Figur. Einen atemberaubenden Gewichtsverslust à la „Verlieren Sie 10 kg in 2 Wochen“-Wunderdiät kann ich allerdings nicht vermelden und aus dem Waschbärbäuchlein wird auch nie ein Waschbrettbauch werden, war aber auch nicht das Ziel. Bisher. Ehe ich Ana Brett rausgekegelt und Jillian Michaels reaktiviert habe. Blöder Fehler. Schon klar, dass es ein Fulltime-Job ist, sich so einen Körper überhaupt erstmal zu erarbeiten und ihn anschließend in Schuss zu halten und außerdem muss ich mit 44 auch keinen unrealistischen Zielen mehr hinterherhecheln. Blöde nur, dass die Frau gerade mal ein Jahr jünger ist als ich! Die ist 43! Habe ein bisschen geweint, als ich das gelesen habe. Arschkarte. Da zieht man einmal den „Ach… in meinem Alter“-Joker [den ich so gut wie nie ziehe!] und dann das… Okay… wenn ich schon nicht Jillians Bauch haben kann, dann will ich ihren Bizeps. Aber lassen wir das. Zurück zum Essen.
  • Das Essverhalten ändert sich: Stelle fest, dass ich weniger Nahrung brauche, als ich das für möglich hielt. Die ständige „ein kleiner Snack hier und da“-Strategie führte in Summe doch dazu, dass ich mehr gegessen habe – von der Portionsgröße eines „kleinen Snacks“ ganz zu schweigen. Ich esse ja entweder richtig oder gar nicht… halbe Sachen sind nicht so mein Ding. Und wenn mich jemand ernsthaft fragt, ob ich „einen Keks“ oder „ein Mon Cherie“ oder „ein Stückchen Schokolade“ (WTF?!) habe möchte, dann stelle ich mal wieder fest, dass ich offenbar ein undiszipliniertes und zügelloses Monster bin, denn entweder verputze ich die halbe Kekstüte… äh… oder ich fange gar nicht erst an. Fakt ist, dass zumindest ich in den acht Stunden einfach nicht so viel Essen in mich reinstopfen kann und erstaunlich ist: es fühlt sich gut an.
  • Die Ernährung wird angenehm entstresst. Habe weniger Zeit zum Essen, also muss ich  weniger (für mich) kochen. Was gut ist, weil ich zwar gerne esse, aber weniger gerne koche – zumindest nicht mehrmals am Tag. Der Essensrhythmus pendelt sich langsam ein, obwohl es da noch Ausreißertage gibt. Sprich: Manchmal frühstücke ich erst gegen Mittag und zum Abend fällt mir dann auf, dass ich jetzt vielleicht doch noch mal schnell irgendwas essen sollte, wenn ich in meinem Zeitplan bleiben und nicht um 22 Uhr einen Fressflash haben möchte. Im Gegenzug gibt es allerdings auch mal Tage, an denen ich gefühlt 8 Stunden durchfuttere. Es hält sich also die Waage und wenn mein Körper der Meinung ist, am Vortag zu wenig gegessen zu haben, holt er das tags darauf einfach nach und ich lasse ihn jetzt einfach mal machen – solange es in den Zeitplan passt.
  • Kleiner Wermutstropfen: Interessanterweise fällt es mir seit dem intermittierenden Fasten sehr schwer, vegan zu essen, so wie ich das ursprünglich geplant hatte. Im Febrauar habe ich nicht mal mehr vegetarisch gegessen – allerdings habe ich diese Phasen immer mal wieder, von daher bin ich guter Dinge, dass sich das so einpendeln wird, wie es für mich richtig ist. Um mir diesbezüglich ein bisschen in den Hintern zu treten, werde ich ab sofort gemeinsam mit Nila für 40 Tage auf Fleisch verzeichten [allerdings nicht aus religiösen Gründen] und danach max. 1x/Woche Fleisch essen – so ich dann überhaupt noch Lust darauf habe. Worauf ich allerdings nie verzichten werde, sind – siehe Beitragsbild – Kohlenhydrate. Ein Leben ohne Vollkornbrot und Kartoffeln ist sicher möglich, aber sinnlos. Und ein Leben ohne echte Pasta [nicht dieses Vollkornzeug] ist schlicht unmöglich, denn #ohnekohlenhydrateohnemich und #ohnepastagehichtot [Gruß an Ines]. Punkt.

Kurz und gut: Ich fühle mich gut und werde das intermittierende Fasten beibehalten. Würde nun allerdings nicht behaupten, dass das der Heilige Gral der Ernährung ist, weil es den meiner Meinung nach einfach nicht gibt. Zu mir passt es und wenn ihr mit dieser Ernährungsform liebäugelt, dann probiert es halt einfach mal aus – ohne irgendwelche Wunder zu erwarten. Ob das intermittierende Fasten zur Gewichtsabnahme taugt, liegt an euch und an dem, was ihr daraus macht. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass es meinem Körper wurscht ist, wann ich esse. Und ich halte auch nichts davon, die Gewichtsabnahme lediglich über die Ernährung regeln zu wollen – ohne Sport geht es nicht und eine Diät alleine ist da sogar kontraproduktiv, weil sie auf Dauer nichts bringt. Im Gegenteil. Letztendlich gilt für mich und meinen Körper: Wenn es gesundheitlich keine Querschläger gibt, kommt es einfach auf die Energiebilanz des gesamten Tages, hochgerechnet aufs Jahr an [weil man nie zwischen Weihnachten und Neujahr zunimmt, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten] und die kann ich mit den Stellschrauben Ernährung (Menge und Art dessen, was ich esse) und Sport beeinflussen. Wie das für euch und euren Körper funktioniert, müsst ihr einfach selbst ausprobieren.

Es ist ja so gesund…

Theoretisch wäre es jetzt auch angebracht, all die tollen Dinge anzuführen, die gesundheitlich mit dem intermittierenden Fasten einhergehen und das sollen einige sein. Muss euch aber enttäuschen, denn das Eis ist mir zu dünn, als dass ich hier irgendwas à la „Wenn du diese Art des Fastens wählst, bleibst du immer jung, schön und gesund“ schreiben würde. Auch hier gilt: Müsst ihr für euch selbst rausfinden. Lasse euch aber noch mal ein paar Infos da,  auf die ich ohne Bauchgrummeln verlinken kann.

Alles Einbildung, oder was?

Selbstverständlich habe ich zwischendurch überprüft, ob es nicht auch ohne das intermittierende Fasten geht und ob ich mich da nur mal wieder in irgendwas reinsteigere. Kommt ja vor. Weil neue Sachen irgendwie immer das ganz große Ding sind. Also habe ich zwischendurch [weil mir für meine Leser keine… äh… kaum eine Mühe zu groß ist und ich praktischerweise zeitgleich ein echtes Motivationstief hatte] knapp 3 Wochen normal gegessen. Ganz normal. Also: wann ich will und was ich will. Ohne Einschränkungen.* Erkenntnis: Habe während dieser normalen Essphase wieder gemerkt, dass ein späte(re)s Abendessen für mich kein Gewinn ist und mich nach diesen drei Wochen wie ein gestrandeter Wal gefühlt – und das sogar schon morgens nach dem Aufstehen. War allerdings glücklich, dass ich einfach so alles essen kann. Weil ich es vertrage und weil es mich nicht in eine Krise stürzt.* Ist doch auch eine Menge wert.

So, das war’s von mir. Und wie steht’s mit euch? Habt ihr gerade ein spezielles Ernährungsprogramm zu laufen? Falls nicht, zieht euch doch einfach mal ein paar Frauenzeitschriften rein, die helfen euch diesbezüglich zuverlässig auf die Sprünge… 😉

Infos: 

  • NDR: Gesund abnehmen mit Intervall-Fasten [sehr sehenswert!]
  • Ärzteblatt: Intermittierendes Fasten hält jung und gesund.
  • RP: Intermittierendes Fasten: Mit wenigen Stunden Diät schlank und verjüngt?
  • welt.de: Warum Diäten einfach nicht funktionieren.

*[Kann ich übrigens nur empfehlen. Besonders denen,  die nicht (!!!) unter Allergien oder Unverträglichkeiten leiden, sich aber sehr für gesunde Ernährung interessieren und gelegentlich zu zwanghaftem Verhalten neigen oder dazu, ein wenig über das Ziel hinauszuschießen. Denn wenn mein Denken permanent um die Ernährung kreist und stinknormale Lebensmittel für mich nur noch giftige Fettmacher sind und ich nach einem Stück Kuchen oder einem Viertel Pizza kollabiere und mich irgendwie „verunreinigt“ fühle, dann habe ich echt ein Problem.]

Anmerkung: Es handelt sich hierbei nur um (m)einen persönlichen Erfahrungsbericht und nicht um eine Ernährungsempfehlung oder um eine Ernährungsberatung. 

[Beitragsbild: stocksnap.io/EatersCollective]

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