10 Dinge, die erfolgreiche Blogger anders machen

Ich möchte mit Spaß bloggen, ohne mir über diese ganzen Ge- und Verbote, was erfolgreiche Blogger zu tun und zu lassen haben, Gedanken zu machen. Aber so ganz entkomme ich diesen Dos und Don’ts nicht, denn alle Naselang wird selbst da, wo ich nicht gleich damit gerechnet hätte, über irgendwelche Konferenzen oder Workshops und die daraus gezogenen Erkenntnisse berichtet. Oder über den Postaufbau, die richtige Überschrift oder die Zielgruppe sinniert. Sobald ich das lese, geht in meinem Kopf der Naidoo-Alarm los: Dieser Weg ist steinig und schwer. Und ich verrate euch auch, warum das so ist – was im Umkehrschluss natürlich bedeutet: Wenn ihr die Bloggerei anders angeht als ich, könnt ihr echt erfolgreich werden.😉

 

  • Der Erfolgskiller schlechthin: Ich habe keine Lust, allzu sehr im Mittelpunkt zu stehen. In meinen alten Blogs gab überhaupt keine Bilder von mir, maximal ein kleines auf der „About“-Seite. Dank Instagram bin ich immerhin schon notgedrungen über meinen Schatten gesprungen, weil ich ja einsehe, dass Leser gerne ein Bild von der Person haben möchten, deren Texte sie sich ständig reinziehen. Das geht mir nicht anders. Wenn beispielsweise jemand über Sport und gesunde Ernährung bloggt, interessiert es mich schon, ob die Person wenigstens halbwegs so aussieht, als würde sie ihre eigenen Tipps leben. Nichtsdestotrotz bin ich – und man mag es aufgrund meiner Schreibe kaum glauben – ein eher introvertierter Mensch. Also eigentlich sogar sehr introvertiert. Ein Einsiedlerkrebs. Wird mir manchmal als Arroganz ausgelegt, dass ich mich nirgendwo anschließe und immer mein eigenes Ding mache (ob gut oder schlecht, das steht auf einem anderen Blatt), aber nee… ich bin nicht arrogant. Ich brauche nur sehr viel weniger Menschen um mich rum als andere Menschen. Und Events und Veranstaltungen sind keine Belohnung, sondern eine Strafe. Und noch weniger muss ich im Mittelpunkt stehen. Was ungünstig ist. Denn was sagte Julia Keith (Beautyjagd) in der Allegra 1/16 im Artikel über die Bloggerwelt: „Bloggerin zu sein, erfordert auch die Bereitschaft, eine Art Popstar zu sein.“ Und wenn ich mir „große Bloggerinnen“ anschaue, also die, die eine monatliche Klickrate haben, von der andere nur träumen können und deren Kollektionen sofort ausverkauft sind, kaum dass sie sie bewerben, dann glaube ich, dass an dem Popstar-Ding was dran ist. Ob nun Star oder nicht – erfolgreiche Blogger in spe sollten wohl wenigstens so von sich überzeugt sein, dass sie gar nicht daran zweifeln, in den Mittelpunkt zu gehören und nicht mal im Traum daran denken, sich freiwillig in die letzte Reihe zu setzen.
  • Ich kann nur Text. Keine Bilder. Mist, denn: „Tolle Bilder, Grafiken und Videos sind heute unverzichtbar, um Imhalte zu vermitteln und die Zielgruppe zu erreichen“ – schreibt beispielsweise Anne Hausler von den Blog Chicks auf Instagram. Und das glaube ich auch. Denn die Texte werden ja nicht mal mehr richtig gelesen, sondern nur noch gescannt, weswegen es eigentlich auch egal ist, ob jemand schreiben kann oder nicht. Da sehe ich mit meinen LG-Mini-Schnappschüssen, den langen Texten und meinem Unwillen gegenüber Videos wohl ganz schön alt aus.
  • Ich veröffentliche zu wenig Posts. Oder doch nicht? Einige der „So bloggst du erfolgreich“-Gurus raten dazu, täglich zu posten. Andere halten 5 Posts/Woche für gut, aber wenigstens drei Posts/Woche sollten es schon sein, sonst wirkt sich das negativ auf die Suchergebnisse aus. Blöd: Ich kann nicht täglich posten, auch nicht fünf Posts pro Woche raushauen. Und unter uns: Ich will es auch nicht, denn ich würde meine Posts nicht täglich lesen wollen.  Allerdings bin ich da auch kein Maßstab. Auf die Posts meiner Lieblingsblogs freue ich mich, auch täglich. Andererseits bin ich schon Blogazines/Onlinemagazinen entfolgt, weil sie meinen Feedreader täglich mit drei oder mehr Posts fluteten. Too much, ich lese ja noch anderswo mit. Merke: Das individuelle Leseverhalten ist halt eine… ähem… sehr individuelle Angelegenheit.😉
  • Ich kann meine Klappe nicht halten und schätze die feine Klinge der Ironie.  Recht oft geht das sogar Hand in Hand. Posts wie #Bloggen für Dummies, „Ich bin Blogger. Geben Sie mir ein PR-Sample“, „In Wirklichkeit bin ich ja gar keine echte Ü40-Bloggerin“ oder „Heute schon die Social-Media-Kanäle gefüttert?“ lassen zwar die Statistik ordentlich rotieren, einen Beliebtheitspreis gewinnt man damit aber nicht und Ironie in Schriftform ist … schwierig. Sehr schwierig. Vielleicht sogar unmöglich. Neige derzeit dazu, eher mal die Finger davon zu lassen.
  • Ich führe keinen Redaktionsplan und ich habe nicht ein Dutzend Posts auf Halde. Was dazu führt, dass ich manchmal zwei Beauty-Posts oder zwei Kolumnen hintereinander raushauen könnte. Das ist allerdings ein No-Go, weil unprofessionell. Unprofessionell ist es in der Tat, allerdings kann ich nicht Posts für Wochen im Voraus schreiben und sie dann veröffentlichen, obwohl mir am Veröffentlichungstag gar nicht der Sinn nach einer leichten Kolumne oder einem eher tiefschürfenden Post (oder das, was ich dafür halte) steht. Der veröffentlichte Text muss zwingend zu meiner aktuellen Stimmung passen oder er passt gar nicht. Und weil ich nicht weiß, wie ich in drei Wochen um 8:15 Uhr drauf bin, kann ich heute keinen Post schreiben, den ich in drei Wochen raushaue. Punkt. Und wenn ich das tue, habe ich sicher keine Lust, den auch noch zu kommentieren. Aus den Augen, aus dem Sinn. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Muss allerdings gestehen, dass ich Blogger bewundere, die da planvoll und organisiert rangehen. Ihr seid meine Helden.
  • Dieses Follow4Follow-Spielchen ist mir zuwider. Darum werde ich nie gigantische Leserzahlen erreichen, die „erfolgreiche Blogger“ nun mal haben. Es wird mir ja schon auf Instagram zuviel und dort „entrümpele“ ich regelmäßig meine Aboliste oder schmeiße Follower raus, die eher „Ghostfollower“ sind oder für Bodywraps & Co werben. Und auf Instagram geht es nur um Bilder, also um etwas, was sich mal schnell nebenbei konsumieren und herzen lässt, und nicht um Posts, die gelesen, verstanden und kommentiert werden wollen. Und zwar anständig und nicht mit „Nice Post“. Auch hier gilt: Instagrammer, die ihr locker mit Hunderten/Tausenden von Followern jonglieret und konsequent herzt und kommentiert und dann noch das Blog mit mehreren Posts pro Woche füttert, euch gebührt meine Hochachtung.
  • Ich mag weder Twitter noch Facebook. Darum nutze ich es nicht und verschenke die Möglichkeit, bekannter zu werden und neue Kontakte zu knüpfen. Unverzeihlicher Fluch… äh… Fehler. Aber was will ein Einsiedlerkrebs mit Kontakten?! Der will entspannt rumkrebsen und gut is.
  • Die Jagd nach Followern ist mir suspekt: Ich sehe keinen Sinn daran, meine Zahlen (Follower, Zugriffe) auf Biegen und Brechen in astronomische Höhen treiben zu wollen, denn was fange ich damit an? Werbung schalten? Tolle Kooperationspartner an Land ziehen (so die mich überhaupt wollen)? Es ist nicht so, dass ich keine Werbeposts schreibe – das habe ich als Berufsschreiberling logischerweise schon getan und ich tue es auch weiter. Aber es ist ein ganz anderes Kaliber, hier im Blog – meinem privaten Wohnzimmer – zu werben. Da würde ich mir – völlig untypisch für mich – sehr, sehr, sehr genau überlegen, was ich tue. Und ob ich es überhaupt tue und in welchem Rahmen, weil das schnell zulasten der Authentizität gehen kann. Und die ist unbezahlbar, denn weg ist weg.
  • Sinnfrage:  Ich habe keine Lust, das Bloggen generalstabsmäßig anzugehen, diverse Tipps & Tricks zu befolgen und einen Workshop nach dem nächsten zu inhalieren, um möglichst schnell erfolgreich zu werden. Natürlich möchte ich nicht nicht erfolgreich sein, aber vorrangig möchte ich einfach erstmal nur das machen, was mir Spaß macht: nämlich schreiben. Und in diesem Fall ist für mich der Weg das Ziel. Mag sein, dass ich das irgendwann mal anders sehe und mich über all das ärgere, was ich verpasst habe. Aber dann kann ich mir immer noch überlegen, wohin die Reise gehen soll.
  • Ich kann weder HTML noch sonst was, was ein Blogger können sollte, der sein Blog selbst hosten möchte. Demzufolge werden wir – ihr und ich- noch lange mit diesem Design hier leben müssen. Weil ein Blog, das ich nicht in jedem Punkt selbst handlen kann, für mich nicht infrage kommt. Hatte ich schon mal, will ich nicht mehr. Bin also gewissermaßen mal wieder der letzte Mohikaner. Früher waren es Bootcut-Jeans, die ich trotz der Skinny-Flut stur weitergetragen habe oder spitze Schuhe in einem Meer aus runden Kappen. Heute ist es mein Blogspot-Blog, das neben den durchgestylten WordPress-Blogs im Magazin-Style den Charme eines Bobbycars hat. Wobei ich das Bobbycar ja total gerne mag. Fällt neben all den Lauflernrädern wenigstens noch ins Auge und macht ordentlich Lärm. Gut, das mit dem Design hat sich jetzt erstmal erledigt, an dem habe ich dank WordPress geschraubt. Allerdings ist auch dieses Blog nicht selbst gehostet, denn das – siehe oben – überfordert mich.

 

Tja, so schaut’s aus. Das spricht alles klar gegen mich, also macht’s besser.  Manchmal frage ich mich angesichts der vielen erfolgshungrigen Neu-Blogger, die das von Anfang an richtig professinell angehen, wirklich, warum ausgerechnet ICH da mitmischen will. Und dann fällt’s mir wieder ein: Weil ich ohne das Schreiben nicht leben kann und natürlich möchte ich auch gelesen werden, weil das Miteinander ja erst das Salz in der Suppe ist. Also muss ich da wohl durch.  Wie schön, dass ich dabei nicht alleine bin, denn nach einem halben Jahr haben tatsächlich Leser hierher gefunden, die offenbar Spaß an diesem höchst unprofessionllen Treiben haben.😉

 

Dankeschön.

Ich freu mich riesig,  dass ihr hier seid!

Auf das nächste halbe Jahr…😉

 

P.S: Und noch ein Lesebefehl: Nochmal 10 Tipps für erfolgreiche Modeblogger von Fran. Und für Anfänger: 10 Tipps mit denen man ein wahnsinnig erfolgreicher Modeblogger wird.

Allegra 1/2016 „Und davon kann man leben?“

RePost: Dieser Post erschien zuerst am 12.6.2016 auf WeibsWort.

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