Sommerpause und eine Woche ohne Internet überstanden

Okay, eigentlich waren es nur sechs Tage, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein – andere halten es schließlich gerade mal sechs Minuten ohne Netz aus. Und wenn ich schon dabei bin: Eigentlich hätte dies eine brillante Kolumne über meinen heroischen Onlineverzicht ähm… ups… über mein Digital Detox, wie man das ja heute voll hip nennt, werden sollen. Besser als alle Kolumnen, die ich je geschrieben habe und besser als die hier. Hat aber leider nicht geklappt. Denn das wäre ein so kurzer Text geworden, dass selbst Twitter beleidigt gewesen wäre. Wollt ihr’s lesen? Okay. Passt auf einen Bierdeckel:

Überschrift: I survived eine Woche ohne Internet. Text: Und ich habe nichts vermisst. [Ende]

Ich sag’s ja, damit hätte ich nicht mal bei Twitter zwischen all den wahnsinnig wortwitzigen und total spontan rausgehauenen Sprüchlein was reißen können. Aber die Redakteurinnen der Flow wären bestimmt sehr stolz auch mich gewesen, denn ich war total entschleunigt. Und sehr, sehr achtsam – vor allem den Himmel betreffend. So etwa: Sind das da oben schon wieder Regenwolken? Shit. Schnell irgendwo unterstellen, sonst versaue ich mir auch noch den anderen Schuh! [Im Originalzustand heißt das nämlich so und nicht Uperga, allerdings ging das arme kleine „S“ irgendwo zwischen Kloster- u. Strandstraße verloren, weil es mal wieder so dermaßen geschüttet hat, dass ich mich gefragt habe, warum ich nicht einfach gleich unter der Dusche stehengeblieben bin, da hätte ich mir hinterher wenigstens nicht noch die Schuhe trockenföhnen müssen, sondern nur die Haare. Und nun habe ich Schuhe, die aussehen wie ein schlecht gemachter Fake, aber shit happens. ] Aber zurück zum Onlineverzicht … ähm… ups.. zum Digital Detox: Man muss also nicht unbedingt in ein Kloster fahren oder Ziegenhirte werden, um der Welt den Rücken zu kehren. Einfach dem Smartphone den Internetempfang kappen [oder erst gar keinen haben, so wie ich], eine Woche den Fernseher auslassen und schon läuft das. Entzugserscheinungen? Keine. Nein, KEINE! Und das gibt mir zu denken. Denn wenn mir das, womit ich sonst sehr viel Lebenszeit verbringe, so gar nicht fehlt, dann wirft das Fragen auf. Fragen,  die irgendwann mal beantwortet werden wollen. So mir mein langsam erwachender Internetkonsum Zeit dafür lässt.😉

Nächster Punkt: Nachdem ich das Blog sommerpausenbedingt ein wenig mit Konservenkost gepäppelt habe, hakt es mit der Frischkost. Ich komme nämlich nicht mehr in den Schreibflow. Und woran liegt’s? Hat sich der Schreibflow vielleicht gemeinsam mit dem „S“ verabschiedet und dümpelt nun in einer Pfütze in der Zingster Fußgängerzone rum? Nö. Grund ist schlichtweg der, dass die von mir selbst gezimmerte Messlatte zu hoch liegt und ich am Mehrwert rumkaue. Den möchte ich euch nämlich mit jedem Post bieten und das ist mir schlicht nicht möglich. Weil es ja einen Grund hat, dass hinter großen Blogazines meist ein Team steht. Ebenso hinter Frauenmagazinen – die ja außer mir eh niemand liest. Und selbst wenn Weibandthecity spitzfindig betrachtet kein „echtes Blog“ mehr ist – weil es sich dann ja lediglich um eine Art Online-Tagebuch handeln dürfte, was eindeutig nicht der Fall ist – ist es eben doch kein Magazin. Sondern eher… hm… eine Art virtuelles Notizbuch. Also fange ich mit diesem Post mal an, meinen Mehrwert-Fluch zu brechen und führe vielleicht auch eine Rubrik ein, in der ich die Woche(n) [ihr wisst ja, wie das mit meinen locker fortlaufenden Blogserien so läuft…] einfach nur Revue passieren lasse und alles verwurste, was keinen separaten Post hergibt. Denn ehrlich: Wenn ihr nur hochwissenschaftliche Ausführungen lesen wolltet, dann wärt ihr nicht hier. Hoffe ich für euch.

Letzter Punkt: Die Instagrammer haben bereits mitbekommen, dass es mich eine Woche nach Zingst verschlagen hat. Das kam ziemlich überraschend, weil plötzlich eine der zwei Mitreisenden ausfiel und ein Bett frei wurde. Allerdings war die Entscheidung „Eine Woche ohne Mann und Sohn nach Fischland-Darß-Zingst fahren oder nicht?“ jetzt auch nicht so waaahnsinnig schwer zu treffen. Und so war das nach 20 bzw. nach 16 Jahren meine erste Reise ohne Mann und Sohn. Notiz am Rande: Es kam so, wie ich es kommen musste – ich bin auf den Geschmack gekommen. Da haben wir den Salat…

zingst2.jpg

Gut, das war’s erstmal von mir und hiermit beende ich dann auch die Sommerpause, zumal sich in diesem Jahr eh die Frage stellt: Sommer? Welcher Sommer? Tja… nun ja… aber er hat zweifelsohne auch positive Seiten, dieser Sommer…😉

Sommer20

P.S: Zum Abschluss teile ich noch zwei Adressen mit euch, die einen Abstecher wert sind – wenn ihr Schmuck und Fisch mögt.

Schmuck: Ich bin keine typische Schmuckelster, kann an Schmuck eigentlich recht gut vorbeigehen und auch die mit weißem Schleifchen verzierte Blue Box (Frühstück bei Tiffany, ihr versteht?) lässt mich kalt. Weil in dieser Box nämlich niemals so tolle Accessoires stecken können, wie sie Tina, meine Königin der Accessoires, hier z.B. ganz Audrey-like trägt. Aber bei Onyxx wäre ich schwach geworden, hätte ich mich denn entscheiden können. Konnte ich aber nicht! Aber beim ersten Mal war ich gewissermaßen nur „auf der Durchreise“ [mit leichtem Gepäck und sehr leichtem Portemonnaie] und beim zweiten Mal musste ich mir eine dicke Strickjacke und einen Schal kaufen [danke Petrus, danke du beknackte Wetter-App, die du offenbar mit Münchhausen unter einer Decke steckst!], die im Budget nicht eingeplant waren. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und Zingst nicht am Ende der Welt. Wo: Klosterstraße 1c in Zingst. Online: www.onyxx.co

Fisch: Mit Räucherfisch fängt man mich ja immer und bei Ostsee-Fisch& Feinkost wurde ich am Anreisetag erstmal mit einer Schillerlocke ruhiggestellt, an der ich zwei Tage lang rumgekaut habe. Wie das halt so ist, wenn man eine große Schillerlocke ordert, weil man großen Hunger hat, aber überhaupt keinen Plan hat, wie groß große Schillerlocken sein können. War nichtsdestotrotz sehr, sehr lecker. So wie der Heilbutt. Oder die Lachslocke. Auch die nicht geräucherten Fischvarianten waren sehr gut, habe ich mir von meiner nicht nur Räucherfisch essenden Mitreisenden sagen lassen. Wer mutig ist, kann gerne auch ein Fischbrötchen bestellen, die werden nämlich ebenfalls angeboten (s. Schild neben der Theke) und frisch zubereitet – die Reaktion auf den Wunsch nach einem Fischbrötchen stellt allerdings alles in den Schatten, was ich bisher in Berlin erlebt habe. Und wir Berliner sind ja nun auch nicht gerade die Erfinder der Freundlichkeit, wie es Kurt Krömer so schön auf den Punkt bringt, demzufolge also relativ hart gesotten. Macht aber nichts, der Fisch ist wirklich gut und ich habe noch nie miterlebt, dass einem ein Fischbrötchen authentischer “ um die Ohren geknallt“… ähm… rübergereicht wurde.  Wo: Ostsee-Fisch & Feinkost in der Fritz-Reuter-Straße 2 (direkt neben Edeka)

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