#kannSpurenvonIronieenthalten
#LesenaufeigeneGefahr
Liebe kann man nicht erzwingen, Sympathie auch nicht. Und darum muss ich leider Konsequenzen ziehen, auch wenn das im Sinne des Netzwerkens mal wieder äußerst unklug ist. Aber wenn mir irgendwas überwiegend schlechte Laune macht, dann hat es in meinem Leben einfach nichts verloren. Die Rede ist von Facebook. Werde schon beim Einloggen grantig, weil mir das Design nicht gefällt – damit könnte ich mich allerdings noch arrangieren. Nicht arrangieren mag ich mich hingegen mit dem, was in verschiedenen Kommentarsträngen abgeht und darüber hinaus heißt es für mein Seelenleben leider einen Tacken zu oft: Only bad news are good news!
Wobei bad ja auch die Untertreibung des Jahrhunderts ist, denn wenn ich zwei Minuten auf FB unterwegs bin, dann bin aufgrund der geballten Ladung an Bad News davon überzeugt, dass das Ende nah ist. Ganz nah! Es linst schon um die Ecke und hebt die Grube aus. Grenzt ja schon an ein Wunder, dass wir überhaupt noch leben. Es ist nämlich so, dass wir alle vergiftet werden sollen. Seit Jahren schon! Die Lebensmittelindustrie möchte uns alle um die Ecke bringen – wobei mir noch nicht ganz klar ist, was sie davon hat, so lange sie gut an uns verdient, aber was weiß ich schon. Fakt ist, dass es in Supermärkten gar keine Lebensmittel mehr gibt – sondern nur noch in Tüten gepresstes Gift. Wenn ich mir Fertigfraß aus der Tiefkühltruhe in die Pfanne haue, kann ich ebenso gut den Giftschrank in der Krankenhausapotheke auslecken, käme aufs Gleiche raus.
Nicht falsch verstehen: Möchte nun um Himmels willen nicht dazu aufrufen, die Inhaltsstoffe zu ignorieren, nur noch Convenience Food auf den Teller zu knallen und den Ofen lediglich als Schuhablage oder zum Aufbacken von Tk-Pizza zu verwenden. Aber eine etwas entspanntere Einstellung zur Ernährung wäre vielleicht ganz hilfreich – so man nicht aus gesundheitlichen Gründen alles auf die Goldwaage legen muss. Und bei all meiner durchaus vorhandenen Liebe für eine gesunde und ausgewogene Ernährung bin ich doch überzeugt davon, dass es auch ein Leben nach einer Portion Nasi Goreng oder einer Pizza aus der Tiefkühltruhe gibt. Ich bin der Beweis dafür – lediglich von Fertigsuppen lasse ich die Finger, das ist in der Tat die reine, in Tüten gepresste Widerlichkeit.
Und wenn wir schon bei Widerlichkeiten sind: Ich bin es außerdem leid, im Sekundentakt mit News oder Witzchen über den, dessen Namen ich langsam nicht mehr hören kann, bombardiert zu werden. Ich rede von diesem blondierten Dudley Dursley, der mich nahezu täglich an den Werbeslogan einer japanischen Automarke denken lässt: Nichts ist unmöglich. Nein, seit dem 8. November 2016 scheint tatsächlich nichts mehr unmöglich zu sein. Sogar die Radiozentrale punktet [zwar auf Kosten von Big D., aber egal] zur Abwechslung mal mit einem wirklich gelungenen Werbe-Spot, wer hätte das gedacht…
Stelle also nach einem sechsmonatigen Testlauf fest: FB und ich passen einfach nicht zusammen. Weder vorne noch hinten und auch nicht in der Mitte. Offensichtlich bin ich nicht in der Lage, dieses Netzwerk so zu nutzen, dass ich Spaß daran habe [was anderen ja durchaus gelingt] und wenn ich mir meine tägliche Nachrichtendosis zu Gemüte führen möchte, dann ist FB ganz sicher meine allerletzte Anlaufstelle. Der Fehler in meinem System ist wahrscheinlich schlichtweg der, dass ich FB nicht mag. Gar nicht. Genau genommen mag ich es sogar so wenig, dass ich nicht einmal das Bedürfnis verspüre, meine eigenen Posts dort zu teilen. Aber: Ich habe es immerhin versucht. Und mein Konto eben deaktiviert, in 14 Tagen ist es Geschichte.
Also, mach’s gut FB. Es war nett, dich kennengelernt zu haben. Das mit uns beiden wird nie was werden, weil wir einfach nicht zueinander passen. Haben wir noch nie und werden wir auch nie. Aber die Vorstellung, dass es anders hätte sein können, die war durchaus verlockend. Was für ein Glück für dich, dass du genug andere Freunde hast und meinen Weggang gar nicht bemerken wirst… 😉
[Beitragsbild: gratisography.com]