„Ein nadeldünner Stift bewahrt die Illusion, die Frau sei ein federleichtes, elfenhaftes Wesen, das gleichsam durch die Luft schwebt und nur von Zahnstochern unter seinen Füßen getragen wird, weil sie so leicht ist – eine zarte Blume, die niemals schwitzt, rülpst oder blutet.“
Richtig – ein federleichtes, elfenhaftes Wesen von dem auch sonst keine drohende Gefahr ausgeht – möchte ich ergänzen. Denn wenn frau damit beschäftigt ist, sich selbst und den meist von ihr mitgeschleppten Hausstand verletzungsfrei durch die Gegend zu balancieren, ist sie ausgelastet. Na gut. Mir geht das so, aber ich bin ja auch ein Multitasking-Tölpel. Ich kann mich einfach nicht gleichzeitig auf den Zustand dieser erbärmlichen Gehsteige und Straßen konzentrieren – und das muss ich tun, denn sonst breche ich mir hier das Genick! – und parallel dazu so aussehen, als ob ich keine Schmerzen hätte, obwohl ich mich nach spätestens 30 Minuten frage, ob mir meine Füße das jemals verzeihen werden. Sollte ich damit noch nicht ausgelastet sein, was ausgesprochen unwahrscheinlich ist, dann frage ich mich, warum Heels die rätselhafte Angewohnheit haben, einem beim Posieren vor dem Spiegel und beim Schreiten durch den Flur zu suggerieren, dass sie total bequem sind oder zumindest nicht so unbequem, wie sie erscheinen. Und kaum, dass man sich von diesen Dingern hat einlullen lassen und sie nach draußen trägt – am Fuß, dummerweise – ist alles aus! Mal wieder mit debilem Grinsen in die Schuhidioten-Falle gestöckelt.
Fakt ist: Wenn ich die falschen Schuhe trage, ist das für den Mann an meiner Seite der Freifahrtschein, denn er kann quasi tun und sagen, was er will – ich bekomme es nicht mit! Weil ich nämlich beschäftigt bin! Mit mir, meinen Schuhen und meinem Schmerz. Oder der Frage, warum selbstklebende Silikoneinlagen doch nicht richtig kleben, sondern total fies verrutschen. Und der Befürchtung, den nächsten Fallstrick im Asphalt zu übersehen und mal wieder zum Humpelstilzchen zu werden.
Aber ich schweife ab und das Absatzproblem ist derzeit aufgrund meiner Schuhwahl nicht relevant. Tragischer ist das, was diesem Post zu seiner Überschrift verhalf. Es trug sich nämlich unlängst zu, dass ich… nun ja…einer winzigen Flatulenz ihren Lauf ließ. Winzig, aber leider eben doch deutlich vernehmbar – zumindest für den neben mir auf der Couch sitzenden Sohn. Irritiert sieht er mich an und fragt: „Warst du das?“ Vor meinem inneren Auge taucht Shopaholic Rebecca Bloomwood auf, die heimlich „der effektive Jahreszins aus einem anderen Blickwinkel“ googelt und dabei von ihrem Chef erwischt wird [Min: 0:26]. Fühle mich ertappt und räume widerwillig ein: „Ja. Ich war das. Ich habe gegoo… äh… gefurzt.“ Der Sohn bedenkt mich mit einem Blick, den man für hoffnunslose Fälle übrig hat und antwortet im Brustton der Überzeugung: „Frauen machen das nicht.“ Wie bitte?! WAS habe ich denn da verbockt?! Kommt das dabei raus, wenn man auf gutes Benehmen achtet und dafür sorgt, dass zu Hause weitestgehend kein RTLII-Niveau herrscht? Das ging wohl gründlich nach hinten los! Höchste Zeit, nachdrücklich zu zeigen, das dass ich keine Elfe bin…😉

Kleine Anmerkung: Nicht falsch verstehen. Ich lege keinen Wert darauf, alle Welt mit meinen Verdauungsgeräuschen zu behelligen. Aber ich bin halt auch nur ein Mensch und ganz ehrlich… eine so unentspannte Reaktion [Min: 0:17] wie diese ist wohl echt keine Alternative. Es sei denn, die Queen ist zu Gast.
P.S: Sorry, die Sommerpause ist zwar beendet und ich habe euch neue Texte versprochen, aber ich habe glatt noch 3-6 (ich überlege und zähle noch, was für ein Chaos im Dashboard, wenn mal alte Beiträge importiert hat!) alte Posts aus dem WeibsWort übersehen, die ich hier natürlich veröffentlichen möchte.
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