Facebook und ich – Liebe auf den ersten Blick nur bei Rosamunde Pilcher

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Da ich die Meisterin der konsequenten Inkonsequenz bin, gibt es hierauf nur eine Antwort und die lautet: nichts. Also habe ich mir meine Schwimmflügelchen umgeschnallt, um mich nun erneut ins Facebook-Gewässer zu wagen. Nicht ganz freiwillig. Aber mit google + verhält es sich ein wenig so, wie mit dem kleinen Spielplatz bei uns ums Eck: es ist nie jemand da.  Und ein wenig größenwahnsinnig durch die Tatsache geworden, dass ich google + verstehe (bilde ich mir zumindest ein, in der Realität wird das wahrscheinlich ganz anders sein!), ging ich selbstverständlich davon aus, mir nun endlich auch Facebook locker erschließen zu können. Das war ein Irrtum.

FB lässt sich definitiv nicht intuitiv bedienen und das ist blöd, weil die spannenden Sachen  – siehe Einleitung – eben dort stattfinden. Wen auch immer ich bei google + suche… er ist nicht mehr da, sondern (wieder) bei FB. Bis auf wenige Ausnahmen. Auch die interessanten Zeitschriften- u. Magazinableger finde ich eher auf FB. Und wenn sie auf google + sind, ist der Austausch in den Kommentare nicht so rege und darauf kommt es mir auch an, denn sonst könnte ich ja die Printersion lesen. Hm… sollte Facebook nicht eigentlich schon längst tot sein? Sieht nicht so aus. Also gut. Bitteschön. Dann probiere ich es halt ein allerletztes Mal mit FB. Die Chance, dass es nun klappt, ist relativ gut, denn die erste, stets nach 60 – 180 Minuten auftauchende „Was soll der ganze Mist? Ich raff das nicht und ich will das auch nicht“-Krise, in deren Folge ich den Account stets wieder deaktiviert habe, ist umschifft. Ich bin seit genau 24 Stunden FB-Nutzer, schau’n mer mal, wie sich das entwickelt.

Multitasking? Träumt weiter…

Gab allerdings prompt die erste Schlappe zu verzeichnen, denn beim lässigen Jonglieren mit allen zeitgleich geöffneten Social-Media-Kanäle habe ich grandios versagt.  Nicht umsonst kommen kluge Menschen von der Idee des „genialen Multitaskings“ langsam wieder ab. Die Challenge, wie es neudeutsch heißt, bestand darin, zeitgleich folgenes zu tun…

  • Facebook: selbst posten, News sichten, evtl. liken und kommentieren
  • google+: selbst posten, News sichten, evtl. plussen (nicht kommentieren)
  • Instagram: selbst posten, neue Bilder sichten, evtl. herzen, unbedingt kommentieren
  • Blog: zwei halb fertige Beiträge bearbeiten, Kommentare freigeschalten und beantworten, neue Beiträge sichten, evtl. liken  und kommentieren
  • Mails: checken, beantworten, Postfach aufräumen (wie können sich nur so dermaßen viele Mails ansammeln?! Googlemail ist mir unheimlich!)
  • Den Rest des Alltags im Blick haben: ohne Worte. Essen, kochen, Haushalt, Sohn rechtzeitig wecken? Reden wir nicht drüber. Ich habe um 10:30 Uhr einen phänomenalen Anschiss kassiert, weil ich um 9 Uhr hätte reagieren müssen. Also offline. Und eben während des Schreibens habe ich mich bestimmt 10 Minuten lang gewundert, was hier so intensiv – und gar nicht mal so übel – nach Essen riecht. Tja. Das war das Essen auf meinem Herd…

Kurz und gut: Es hat nicht funktioniert. Aber es gab einige Lerngeschenke frei Haus. Es ist nicht hilfreich, nicht einfach nach dem Gießkannenprinzip zu liken/herzen/plussen. Und extrem kontraproduktiv, sich vor jedem Post/Bild/Beitrag zu fragen, ob man das liken möchte oder nicht. Mit dieser Vorgehensweise sitzt der denkende Social-Media-Nutzer bis Weihnachten da und hat doch nie was abgearbeitet, weil ja im Sekundentakt Nachschub reinkommt. Außerdem: Multitasking ist für die Tonne. Immer. Aber hierbei besonders. Sich konsequent eine Viertelstunde je Kanal zu nehmen, halte ich für wesentlich sinnvoller. Also… je eine Viertelstunde morgens, mittags, abends und vor der Reise zum Sandmännchen… *Ironie off*

Überlegung am Rande: Die Blütezeit der Achtsamkeitsprediger müsste in etwa ab da begonnen haben, als die halbe Online-Welt auf diversen Kanälen miteinander vernetzt war, oder? Ständig schaut man hier und da, plingt hier und dort eine Nachricht auf und schwupps… gerät mein armes kleines Hirn angesichts all der Ablenkungen völlig aus dem Tritt. Nach nur einem Tag Social-Media-Feuerwerk aus allen Rohren möchte ich einen Post über Digital Detox schreiben.

Wenn das Hirn zum Nudelsieb wird: Tatsächlich gehe ich mit dem, was ich für eine relativ feste Zielsetzung halte, an den Laptop – und habe spätestens 15 Minuten später vergessen, was ich machen wollte. Das ist normal, weil es für die Konzentration einfach nicht gut ist, ständig aus einer Tätigkeit rausgerissen zu werden, aber da muss ich mir wohl wirklich nochmal überlegen, wie ich das zu handlen gedenke und mir zumindest mal ne grobe Strategie für die Nutzung meiner Social-Media-Kanäle zurechtlegen…

Die Strategie: Wie ich meine Social-Media-Kanäle zu nutzen gedenke…

Und das ist reine Theorie, die in drei Tagen über den Haufen geworfen werden kann. Aber es macht für mich wenig Sinn, auf allen Kanälen einheitliches Zeug zu posten oder alles ähnlich nutzen zu wollen.

Instagram: Selbsterklärend, oder? Da geht’s um die Bilder und – zumindest für mich – den Spaß an der Sache, das Rumspielen mit Filtern, den Kreativitätskick und das nette und unkomplizierte Miteinander. Fertig.

Pinterest: Ist zwar für alle zugänglich, ist und bleibt aber meine persönliche Pinnwand, auf der ich Input aus allen bildlastigen Bereichen sammele – sprich Mode, Rezepte o.ä.- und das wird auch so bleiben.

google+: Ist meine Pinnwand für textlastigen Input, zumal man dort auch wunderbar Sammlungen anlegen kann, und natürlich werde ich auch auf meine eigenen Posts verweisen. Eigentlich mag ich google + sogar sehr gerne, weil’s übersichtlich und aufgeräumt ist, aber die Musik spielt halt definitiv auf Facebook.

Facebook: Scheint mir das Medium zu sein, auf dem es sich – neben Instagram – am besten miteinander reden und Kontakt aufnehmen lässt. Denn – siehe Eingang – es sind irgendwie fast alle da. Was ich dort wie teile, muss ich allerdings noch sehen.

Fragen über Fragen. Und das Kreuz mit den Freundschaftsanfragen…

Nachdem ich unter der großzügigen Verwendung von diversen Flüchen meine einfache FB-Seite eingerichtet habe, ist mir aufgefallen, dass viele Blogger gar keine so einfache FB-Seite mehr haben. Sondern eine spezielle (Unternehmens)Seite fürs Blog oder dass sie gleich doppelt vertreten sind – also als Privatperson und als Blogger. Das hat einen Grund, der sich mir nicht erschließt, nehme ich an? Und mir schwant, dass es doch sinnvoll ist, ein paar monströs dicke Bücher zu lesen, um FB zu kapieren.

Wie ich Seiten abonniere, weiß ich mittleile, die erscheinen in meinem „Reader/News Feed“, wenn ich sie mit „gefällt mir“ markiere. Aber wie ist das mit der „normalen“ FB-Präsenz? Muss ich tatsächlich jedem, den ich abonnieren möchte, eine Freundschaftsanfrage schicken?! Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, wenn die Abo-Funktion nicht eingerichtet ist? Und bei nicht mal so wenigen FBlern können auch nur Freunde kommentieren, sehe ich das richtig? Ja dann müsst ihr euch nicht wundern, wenn euch fremde Menschen Freundschaftgsanfragen schicken…😉

Das Ding mit den Freundschaftsanfragen… Nebenbei bemerkt fühle ich mich bei FB wie in dem Kindergarten, in dem ich nie war. Das, was früher diese „Willst du mit mir gehen“-Briefchen gewesen sein müssen [die ich selbstverständlich nie geschrieben habe, weil ich sowas nicht mache], sind heute die Freundschaftsanfragen bei FB. Im Nachhinein frage ich mich natürlich, warum ich gleich kübelweise  Freundschaftsanfragen [okay, das war gelogen, es waren 8 und eine Anfrage ging an meinen Mann] an Blogger, die mir „bekannt“ sind, verschickt habe… ähm… eigentlich wollte ich euch doch „nur“ abonnieren und. bei euch kommentieren. Nun ja. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt auf FB miteinander befreundet sind…😉

Facebook und ihr – wie nutzt ihr es und nutzt ihr es überhaupt?

Detox.jpg

Ach ja, ihr findet mich also ab sofort quasi überall…

  • auf Facebook: klick
  • auf google + : klick
  • auf Instagram: klick
  • auf Pinterest: klick
  • auf Twitter: ha, reingefallen. Da werdet ihr mich nicht finden. So kurz werde ich mich vielleicht im nächsten Leben fassen können, aber in diesem sicher nicht.

P.S: Ich will mein Glück aber nicht herausfordern und darum verkneife ich mir die Freundschaftsanfrage an jemanden, von dem ich bestimmt -und verständlicherweise! – eine Abfuhr bekomme werde: vom Junior.😎

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