Da ist der Wurm drin – Warum mir plötzlich die Lust am Bloggen verging

Oder: Wie mir plötzlich die Lust am Bloggen verging. Für diesen Post könnte ich viele Rubriken einrichten. Etwa: Stell dich nicht so an, mach aus einer Mücke keinen Elefanten, Heulsusen-Content, Dramaqueen on tour, don’t feed the trolls etc. und weil das hier ein serviceorientiertes Blog ist, könnt ihr das auch gleich per Copy & Past als Kommentar verwenden.  

Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal seelisch total ausgeglichen war und es mir dennoch so dermaßen das Bloggen verhagelt hat – ich glaube sogar, das war in 15 Jahren noch nie der Fall, aber irgendwann ist immer das erste Mal. Der Wurm kam mit dem Post Come to the dark side ins Blog. Irgendein anonymer Blogleser bekam da was in den völlig falschen Hals und fühlte sich daraufhin bemüßigt, wiederholt Mails an eine liebe Mitbloggerin zu schicken. Etwa:

Von: „Anonym@trash-mail.com“ <Anonym@trash-mail.com>
An: *Name von mir zensiert* 
Gesendet: 21:22 Sonntag, 12.Februar 2017
Betreff: Dein *zensiert*post
*Name von mir zensiert*
Ich bin durch deinen *zensiert*blogartikel bei Anna aufmerksam geworden. Du kannst auf deinem Blog Artikeln schreiben wie du möchtest.  Aber lass Anna in Ruhe so bloggen wie sie möchte. Du bist einfach nur dumm, wenn du anderen vorschreibst wie sie zu bloggen haben.
Halte den Mund uns aus. 
Gruß 
Ein Blogleser

Diese Bloggerin ist mir definitiv nicht auf die Füße getreten – im Gegenteil. Wir mögen und schätzen uns seit Jahren. Die Mailerei allerdings hat noch nicht aufgehört. Ich verkneife mir jetzt einfach mal jeden Kommentar in Richtung des anonymen Bloglesers und glaubt mir, ich sitze gerade auf meinen Händen. Aber wenn ich das schreiben würde, was mir durch den Kopf geht, wäre mein Karma so im Ar***, dass ich das nächste Leben als Wurm verbringen müsste und das ist es mir nicht wert. Als Blogger lernt man ja einiges… mit blöden Kommentaren umzugehen, sich nur den Schuh anzuziehen, der einem passt, den eigenen Horizont durch gegensätzliche Meinungen zu erweitern und sich nicht von allem ins Bockshorn jagen zu lassen, was unter die Gürtellinie geht. Fakt ist allerdings auch, dass ich mich seit diesem „Mail-Ding“ noch intensiver als zuvor frage, was ich von mir erzählen möchte. Und die Antwort lautet derzeit schlicht: nichts. Gar nichts. Überhaupt nichts. Eine denkbar schlechte Ausgangslage für einen Blogger.

Es ist nicht so, dass ich nichts zu schreiben hätte. Könnte über das intermittirende Fasten berichten [bin noch dabei] und darüber, dass ich mich seit einiger Zeit an der Meditation versuche [ich liebe es, Bericht kommt irgendwann] – es hängen einige angefangene Posts in der Pipeline. Dumm nur: Sie genügen nicht mal ansatzweise meinen Ansprüchen und ich habe darüber hinaus momentan keine Lust, überhaupt irgendwas zu veröffentlichen. Was übrigens nicht heißt, dass ich jetzt völlig bedröppelt hier rumsitze, im Gegenteil. Die seelische Großwetterlage ist – siehe oben – ausgezeichnet und außerdem gibt’s auch noch ein Offline-Leben, das gelebt und geliebt werden möchte. Aber beim Bloggen ist der Wurm drin, was daran liegt, dass Leichtigkeit und Spaß derzeit weg sind.

Ich hoffe ja, dass ich mich mit diesem Post selbst übertölpeln kann. Das zuverlässigste Mittel, um eine Blogflaute zu beenden, ist bei mir nämlich seit jeher das Benennen der Blogflaute und die Ankündigung einer Blogpause – was ich hiermit tue. Also schau’n mer mal, wie sich das entwickelt. Ich mag mein Blog nämlich ziemlich gerne und möchte es bald wieder mit Posts füttern, die  meinen Ansprüchen genügen – darunter mache ich es leider nicht. War schon immer mein Problem… 😉

[Dieser Post wird gelöscht, sobald die Blogflaute vorbei ist.]

[Bild: stocksnap.io/Brina Blum]

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